Ausstellung zeigt
die Geschichte der Röstung von
Kaffeebohnen
Waren es die Inkas, die schon
vor Tausenden von Jahren die Wirkung der Kaffeebohne entdeckte?
Stimmt es, dass die Alten Römer auf die ermunternde Wirkung von
Kaffee schworen und Händlern viel Goldtaler zahlten, um an das
Schwarze Gold zu kommen? Mit diesen und andere Fragen befassen
sich nicht nur Ernährungswissenschaftler, auch Professoren und
Gelehrte wollen wissen, woher die Brühe stammt, die sie täglich
bis spät in die Nacht wach hält. Kaffee wird schon sehr lange
angebaut und verarbeitet. Mit dem Thema rund um die
Kaffeebohnen (coffee
beans) befasste sich
ein historisches Museum in Mailand und zeigte die
Geschichte der Kaffeebohne bis zum
Kaffeeautomat.
Es war besonders den Römischen
Kaisern nachgesagt, diese wären dem Kaffee verfallen. Sie
unternahmen alles Mögliche, um an die kostbaren Bohnen zu
gelangen, die zu jener Zeit vorwiegend aus Afrika stammten und
erst später, als die Befahrung der Weltmeere begann, aus
Südamerika hierher nach Europa gelangten. Inzwischen wird
Kaffee auf allen Kontinenten angebaut und die Qualität variiert
von Lage zu Lage. Historiker sind sich aber ziemlich sicher,
dass der Geschmack der damals verwendeten Kaffeebohnen sehr
rezent gewesen sei und eine deutlich spürbare Wirkung auf die
Kaiser und dessen Gefolgschaft gehabt haben muss. Dies geht aus
Erzählungen hervor, wonach das Schwarze Wasser zu munteren
Festlichkeiten animierte und bei den berühmten Fressgelagen
Kaffee immer dazu gehörte.
Nicht nur der Verwendung des
Kaffees geht das historische Museum nach, auch dem Ursprung des
Getränks, das heute aus dem Kaffeeautomat (coffee machine) sprudelt, wollten die
Forscher auf den Grund gehen. Darüber bestehen freilich
verschiedene Thesen. Fragten die Historiker in den
jeweiligen Ländern nach, wollte jeder einzelne der Erfinder
des Kaffees sein. Tatsache ist, dass wohl selbst bei den
Inkas, also vor sehr langer Zeit, schon ein kaffeeähnliches
Getränk zubereitet wurde. Über den Ursprung ist man sich
aber vergleichsweise sogar deutlich einiger, als wenn es um
die Art und Weise der Zubereitung geht. Zum einen wird
vermutet, die Bohnen seien ursprünglich mitsamt ihrer grünen
Hülle verarbeitet worden, was den Geschmack aber sehr bitter
gemacht haben dürfte. Dass die Kaffeebohne geröstet wurde,
so behaupten einige Wissenschaftler, sei erst später dazu
gekommen. In der Geschichte gebe es einige Hinweise darauf,
dass Kaffeebohnen zu Beginn ungeröstet konsumiert wurden und
der ursprüngliche Zweck der rohen Bohne und besonders der
Hülle, die sie umgibt, für Heilungszwecke verwendet wurde
und die Wirkung als gebrühtes Getränk erst später erkannt
wurde.
Wenngleich die Meinungen
hinsichtlich Ursprung und eigentlichem Verwendungszweck
auseinander gehen, die Ausstellung des historisches Museum in
Mailand gab einige Antworten hierauf. Es bleibt zu wünschen,
dass eine ähnliche Präsentation bald wieder zugänglich wird.
Die Geschichte des Kaffees ist ja noch längst nicht zu Ende.
Tatsächlich gilt Kaffee aus dem Kaffeeautomat heute als das
meist getrunkene Heißgetränk, weltweit. Dass Kaffee vielerorts
ein Thema ist, beweist auch der Umstand, dass jährlich
Millionen Tonnen Kaffeebohnen nach Europa importiert werden.
Gerade Deutschland- auch das war in der Ausstellung zu erfahren
– ist eines der Länder, in welchem am meisten Kaffee getrunken
wird.
Diese Ausstellung Historisches
Museum in Mailand zeigt die Geschichte der Röstung von
Kaffeebohnen auf, weist aber auch auf Meinungsunterschiede
unter Historikern hin, ohne eine abschließende Meinung zu
vermitteln. Viel wichtiger scheint es ohnehin, dass die
Kaffeebohne genossen wird, wie sie heute im Kaffeeautomat
gebrüht wird.
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