Altertumsforscher beschäftigen sich mit ursprünglichen Rezepten
Die Idee war ursprünglich einer Bemerkung entsprungen, die ein
Verlagsleiter anlässlich eines Betriebsausflugs zu einem seiner Zöglinge machte. Er sagte, es wäre interessant zu
erfahren, nach welchen Rezepten die Alten Römer wohl gekocht hätten. Die Bemerkung, er kenne nur den Zaubertrank
der Gallier, hörte der Azubi schon gar nicht mehr, als er den Beschluss fasste, dieses Thema für eine Studienarbeit
zu wählen. Dass sich die Arbeit später als Glücksfall herausstellen würde, weil ein Museum es zum Anlass nahm eine
Ausstellung zu projektieren, daran wagte der junge Mann wohl nicht einmal im Traum zu denken.
An der Eröffnungsrede in Italien wandte sich der Museumsleiter an die
Anwesenden mit den Worten: „Das Alte war doch nicht so schlecht". Und so beschäftigen sich Altertumsforscher des
historischen Museum in Mailand mit ursprünglichen Rezepten, die nun auch ein Kochmagazin veröffentlichen will. Alles auf der Grundlage der
Erkenntnisse, die aus der Studienarbeit des jungen Mannes entsprungen sind. Dieser fand zum Beispiel heraus, dass
selbst in der Zeit der Alten Römer Diät Rezepte geschrieben wurde. Einen Hinweis dazu glaubt der Student darin
gefunden zu haben, dass viele der Figuren auf Zeichnungen dünne Menschen darstellten. Zwar wurden die Künstler zu
jener Zeit angehalten, die Kaiser und Könige möglichst vorteilhaft zu präsentieren. Aber ähnlich wie im Ägyptischen
Reich hatten die Mächtigen ein hohes Schönheitsideal gehabt, das es zu vertreten galt. Nur wer auf sich Acht nehme,
so die Devise, könne auch auf andere achten und diese führen.
Eine simple Annahme, die aber genau ins Schwarze traf. Auf
Pergamentrollen entdeckte man tatsächlich Anweisungen, wie die Speisen zuzubreiten seien. Neben Gewürzen und
anderen Zutaten wurde mehrmals auf spezielle Körperteile verwiesen, die von einem Tier genutzt werden sollen. Ein
Stück vom Hals hat deutlich mehr Fett und es war der Küche untersagt, den Herrschern dieses minderwertige Fleisch
aufzutischen. Auch Salate waren in jener Zeit sehr beliebt. Sie hatten schnell den Ruf nicht dick zu machen und
selbst bei der Zubereitung des Dressings hielt man sich offensichtlich schon vor vielen Hundert Jahren an eine
Diät. Diese Erkenntnis stammte von intensiven Nachforschungen, die von Altertumsforscher angestellt wurden und nun
vom Historischen Museum in Mailand vorgestellt werden. In einer Spezialausgabe eines bekannten Kochmagazins, sollen
auch die Leser desselben die Möglichkeit haben, die alten Rezepte
nachzukochen. Unter fachkundiger Mitwirkung des Studenten konnte ein interessantes Heft
gestaltet werden, dass in kürzester Zeit auch in der zweiten Auflage bald vergriffen war. Ob es weitere Auflagen
gibt ist nicht bekannt, doch ist sicher, dass es zahlreiche Hobbyköche gibt, die sich darüber freuen
würden.
Altertumsforscher beschäftigen sich mit ursprünglichen Rezepten und
kamen zusammen mit einem jungen Schüler zum Schluss, dass das Alte nicht unbedingt schlecht sein muss. Dass auch
ein Kochmagazin auf den Geschmack ursprünglichen Kochens gekommen sind und sogar Diät Rezepte nachgekocht werden
können, unterstreicht die Absicht des Historischen Museum in Mailand, diesen Teil der Kultur weiter bekannt zu
machen.
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