Arbeit von Zahn-Touristen schon seit dem Altertum
bekannt
Dr. Hartmund Weiß, seines
Zeichens Zahn-Touristen, war es schon lange ein Anliegen gewesen, eine Ausstellung über die historischen Wurzeln
der Zahnmedizin ins Leben zu rufen. Der Zahnmediziner hatte sich schon seit Anbeginn seiner Karriere mit der
Geschichte der Zahnmedizin befasst und man konnte ihn auf diesem Gebiet durchaus als Experten betrachten. Jedoch
hatten stets immer alle Einrichtungen, die Dr. Hartmund Weiß mit seinem Anliegen aufgesucht hatte, nichts mit dem
Vorschlag anzufangen gewusst. Und so musste der Zahnmediziner eine Absage nach der anderen hinnehmen. Doch aus dem
sonnigen Süden bekam er schließlich die positive Rückmeldung, auf die er so lange gewartet hatte. Ein historisches
Museum in Milan hatte sich bereit erklärt, einen Teil seiner Einrichtung, der für Wanderausstellungen gedacht war,
zur Verfügung zu stellen. So wurde Dr. Hartmund Weiß also doch noch für sein Engagement und seine Geduld belohnt.
Er nutzte gleich seinen ersten Urlaub, um runter nach Italien zu fahren und das Nähere zu klären.
In Kooperation mit dem Museum entstand so die Ausstellung “Der Zahn der Zeit“. Hier konnte der geneigte Besucher
Spannendes über die historische Entwicklung der Zahnmedizin, sowie über die Irrtümer und Entdeckungen erfahren, die
damit einhergingen. So hatten bereits die alten Ägypter Zahnfüllungen aus Mahlstein, Ocker und Honig (!) zu
fertigen gewusst. Im antiken Griechenland empfiehl Hippokrates – der Gottvater der Medizin – Zahnschmerzen mit
einem glühenden Eisen zu begegnen. Der Nerv wurde einfach verglüht, was nicht unbedingt sehr angenehm war, aber die
Zahnschmerzen dafür beseitigte. Besonders interessant ist auch eine historische Begebenheit aus dem nahen Osten.
Dort wurde schon 500 Jahre nach Christus der erste Vorläufer der Zahnbürste benutzt. Und zwar ging es dabei um
Holzstäbchen, die an einem Ende ausgefasert waren und in Manier einer Bürste zur Reinigung der Zähne verwendet
wurden. Noch heute sind diese Holzstäbchen mitunter in Gebrauch. Sie werden seither aus der Wurzel des Arrak-Baumes
gewonnen, der in Anlehnung daran als “Zahnbürstenbaum“ bezeichnet wird. Und auch das Thema Zähne bleichen
(http://www.superweiss.com) war im Altertum keine Unbekannte und kannte so maches
Mittelchen.
Mit Erstaunen nahmen auch viele Museumsbesucher zur Kenntnis, das Amalgam schon um 660 nach Christus in China als
Füllung verwendet wurde. Gold hingegen wurde erst 1484 in Italien als Füllmaterial entdeckt. Erheiternd wiederum
nahmen die meisten Besucher die Tatsache auf, dass sich die Vorstellung, ein Zahnwurm würde Löcher in die Zähne
fressen, gar bis ins 19. Jahrhundert hielt. Schmerzverzerrte Gesichter waren wiederum dann zu beobachten, wenn die
Besucher den Ausführungen lauschten, wie sich die Zahnmedizin im Mittelalter verhielt. So war Arsen ein anerkanntes
Mittel gegen Zahnschmerzen, das oft in Form einer Paste auf offen liegende Nerven aufgetragen wurde. Im Mittelalter
war auch keineswegs von Zahnärzten, sondern von Zahnbrechern oder Zahnreißern die Rede. Dies konnte jeder sein, der
handwerklich genügend begabt war, einen Zahn zu brechen oder zu ziehen. Und auch der “Zahnfäulnis“ wurde meist mit
eher grobschlächtigem Abschleifen oder Abmeißeln (mittels spezieller Feilen oder Meißelchen) begegnet. Nicht gerade
sehr filigran... das erklärt auch, warum der Beruf des Zahnarztes relativ spät entstand. Denn ehe sich eine Zunft
der Zahnpraxis (zahnpraxis.com) etablierte, waren es meistens Barbiere, die sich auch um schmerzende und
faulende Zähne “kümmerten“.
Man war in Milan erstaunt, auf wie viel Interesse das Thema stieß. Gruppenführungen waren sehr gefragt. Oft waren
es Schulklassen, die sich mit dem Thema auseinandersetzten. Aber auch Zahnmedizin-Kurse von Berufsschulen waren
sehr an dem Angebot interessiert. Dr. Hartmund Weiß war sehr stolz, dass seine Anregung auf solch geistigen
Nährboden gefallen war. So hielt sich die Ausstellung über den kosmetische Zahnmedizin im Ausland im Altertum
länger als ursprünglich erwartet. Anfragen aus anderen Museen folgten.
|